Versteht mich nicht falsch, ich reise wirklich gerne. Und ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen darf, so viele Ecken der Welt kennenzulernen. Aber irgendwann ist es einfach genug. Ich komme einfach viel zu gerne nach Hause zurück, in meine eigenen vier Wände, meinen heimischen Supermarkt, in mein Leben. Der Mensch ist eben doch nur ein Gewohnheitstier. Und wenn nicht der Mensch im Generellen, dann zumindest ich.
Morgen geht es wieder nach Hause zurück und ich bin mir nicht ganz sicher woran es gelegen hat, aber die letzten Tage haben sich gezogen. Fiji hat mich nicht ganz so vom Hocker gehauen, wie ich ursprünglich gedacht hatte und auch die restlichen Tage an Australiens Sunshine Coast ziehen sich. Ich komme mir vor wie ein Schwamm. Ich habe die knapp 8 Wochen in Neuseeland unglaublich tolle Dinge erlebt, Naturspektakel bewundern dürfen, dass ich einfach nicht mehr aufnahmefähig bin für das Schöne, was vermutlich gerade vor mir liegt.
Eigentlich fing es auf Fiji super an. Der Anflug auf die Hauptinsel war der mit Abstand schönste, den ich bisher erlebt habe. Allerdings hauptsächlich aus Erzählungen und Ahs und Ohs, denn sehen konnte ich wenig. Der Grund: Svenja ist eine von den Personen, die immer am Fester sitzen müssen und mit ihrer Birne den Blick versperren. Kennt ihr auch so Leute? Ich muss mich immer recken und ganz doll strecken, um durch den einen Minispalt gucken zu können, der gerade nicht verdeckt ist. Was ich dann aber doch sehen konnte war klasse! Unzählige kleine Inseln, saftig grüne Landschaften und ein Meer, das fast alle Blautöne auf der Farbskala aufweist.
Paul tritt mittlerweile auch in die Fußstapfen seiner Mutter und guckt sehr gerne während Start und Landung aus dem Fester. Bleibt bald vermutlich nicht mal mehr der eine kleine Schlitz übrig für mich…

Beim grandiosen Anflug blieb es dann aber leider. Die Strände auf Fiji, wie man sie in Prospekten oder auf Websites im Netz angepriesen bekommt erschienen mir letzen Endes ziemlich bearbeitet und nicht so, wie man sie vorfindet – Instagram-Filtern und Photoshop sei Dank. Auch auf Fiji sammelt sich allerhand Strandschmodder zwischen deinen Zehen, bis du es dann mal ins Wasser geschafft hast, welches dann auch nicht ganz so türkis aussieht, wie es im Reisemagazin wirkt. Natürlich weiß ich, dass hier und da mal was retuschiert wird, an den „naturbelassenen Strandabschnitten“, ganz klar. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass man auch woanders auf der Welt, an Orten die nicht gerade 20 Stunden Flugentfernung von Deutschland weg sind, ebenso schöne Strände vorfindet.
In Australien ging es weiter. Alles zieht sich. Unsere Tour auf Fraser Island ist interessant, mehr aber auch nicht. Irgendwie kann mich nichts mehr wirklich faszinieren und ich bin fast dankbar, dass ich Svenja am Ende doch noch dazu überzeugen konnte, eine geführte Tagestour über die Insel zu buchen anstatt in einer selbstorganisierten 3-Tages-Route die Sandinsel zu erkunden. Mit meiner Motivation und nicht vorhandenen Offroad-Allrad-Erfahrung wären wir definitiv im Staub stecken geblieben, lange bevor wir den ersten Dingoe gesehen oder die erste Attraktion erreicht hätten.

Das Gute an der Sache ist, dass auch Svenjas Erkundungslust nachgelassen hat. Heute haben wir nochmal Kängurus und Koalas gestreichelt und uns die Nachmittagssonne auf den Pelz brennen lassen, aber ansonsten passiert bei uns nicht mehr viel.

Paul ist natürlich nach wie vor egal wo er spielt und mit wem – Stöcke, Spielplätze und andere Kinder gibt es ja Gott sei Dank überall. Aber morgen Abend geht es für uns drei Abenteurer wieder zurück in die Heimat und da freuen wir uns sehr drauf. Zu Hause kann eben auch ganz reizvoll sein!
Hey,viel erlebt! Lass es mal sacken. Wir freuen uns auch auf Euch. Gruß aus D-Town
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Kommt gesund nach hause!
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