In weniger als zwei Tagen kehren wir Neuseeland den Rücken und fliegen weiter auf die Fiji-Inseln. Wahnsinn, dass die 7 Wochen im Camper jetzt vorbei sind! Wann beginnt man eigentlich, sich an das kompakte Leben im Wohnwagen zu gewöhnen und ab wann wird das Rumräumen auf 4 Quadratmetern zum Alltag?! Wann ist eigentlich dieses heimische Gefühl im „Zuhause auf Rädern“ entstanden und warum genau haben wir unseren Camper nochmal „Knutsen“ getauft?! Ich kann es Euch selber nicht genau sagen, aber dafür, dass wir blutige Camping-Neulinge waren vor diesem Trip sind wir mehr als stolz auf uns, dass wir unserem Knutsen immer treu geblieben und nicht einmal auf bequeme, muckelig warme Hotelbetten ausgewichen sind.
Wir haben in den letzen Wochen unglaublich viel erlebt, atemberaubend schöne Landschaften entdecken dürfen und immer wieder nette Menschen getroffen und abwechslungsreiche Unterhaltungen geführt. Wir haben viele Gleichgesinnte aber auch völlig anders tickende Reisende getroffen und bei vor allem einer Sache bin ich mir ganz sicher: Fast nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viel abwechslungsreiche Natur auf doch relativ kleinem Raum zu erleben wie hier in Neuseeland. Nirgendwo sonst blendet dich der Gletscherschnee am Vormittag, während du schon am Nachmittag wieder in Badehose und in Lichtschutzfaktor-50 gehüllt an einem traumhaft idyllischen See stehst. Und noch etwas: Nirgendwo sonst sind offensichtlich soo viel andere Reisende im Camper unterwegs wie hier in Neuseeland.
Bevor wir gestartet sind haben wir erwartet, öfter mal ein oder zwei Tage keine Menschenseele anzutreffen, vielleicht ein oder zwei oder auch mehrere Schafe. Fehlanzeige. Also nicht das mit den Schafen, die stehen besonders im Süden echt einfach überall in der Gegend rum. Aber das mit den Menschen und anderen Touristen. Neuseeland ist voll von ihnen, für meinen Geschmack sogar schon zu voll. War das wohl schon immer so? Oft sehen wir unauthorisierte Fahrzeuge wildcampen und ab und an waschen sich, leider meist deutsche, junge Leute die Haare in einem Hotelwaschbecken um doch noch den ein oder anderen Dollar in einem sonst sehr teuren Land zu sparen. Besonders unattraktiv wird ein Aussichtspunkt oder eine Attraktion natürlich dann, wenn gerade der asiatische Großreisebus ankommt und innerhalb von 20 Minuten gefühlte 3.000 Fotos verknipst werden. Gott sei Dank gibt es so viele Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen oder einfach eine weniger populäre Route einzuschlagen. Und überhaupt ist man immer etwas weniger im Rausch des Massentourismus gefangen, wenn man sich für seine Etappen etwas mehr Zeit als der Durchschnitt nimmt.
Der Elternzeit sei wieder mal Dank, dass wir mit weniger Geschwindigkeit, ganz viel Zeit und Gelassenheit und trotzdem fast 6.500 Kilometern eine unglaublich tolle Zeit in einem zum Großteil atemberaubenden Land voll herzlicher, kinderfreundlicher Menschen verbringen durften!
Mein persönliches „Ps“ für all diejenigen, die irgendwann mal Neuseeland bereisen aber nicht unbedingt ein ganzes Reisebudget für einen Camper ausgeben wollen. Hier sind ein paar oft angetroffene Camper-Vermieter abgesehen von den riesigen Anbietern Maui, Britz, Jucy, Mighty und Apollo: Wendekreisen, Happy Camper, Escape Rentals, Eurocamper, Kiwi Rentals, Freedom Camper, Abuzzy Camper, Cruzy Camper, Affordable Campervan Rental, Pacific Horizon, Sweet As a Camper, Campa South Rentals

Hey, nochmal schöner Bericht mit zutreffender Beschreibung von Land, Leuten und Touris. Viel Spaß noch in NZ und auf den Fiji. Kommt gut, wohlbehalten und mit vielen Erfahrungen zurück.
Michael
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