Auf die Plätze, fertig, los – meine ersten Tage in Elternzeit

Kennt ihr das Gefühl, dass ihr euch schon seit langem so richtig auf etwas freut? Alles, was ihr tut oder an was ihr denkt ordnet ihr in dieser neuen „Zeitrechnung“ vor oder nach diesem Ereignis ein? Bevor ich am Sonntag ins Bett gehe kann ich also ohne Bedenken meinen Wecker ausstellen. Denn ab sofort werde ich von Pauls müden Schreien anstatt meines Handyweckers am Morgen aus meinen Träumen gerissen. Paul wird am Morgen den Papa anstatt die Mama neben sich vorfinden und seine noch verschlafenen, blauen Augen werden mich anstatt Svenja völlig erwartungsvoll ansehen.

Montag Morgen. Besser hätte es kaum los gehen können. Pauls Nacht war super und er schläft um 8 Uhr immer noch friedlich. Jetzt könnten wir doch schön kuscheln, ausschlafen und gemütlich in den Tag starten. Einziges Problem daran ist, dass wir in 20 Minuten eigentlich schon mit Sack und Pack aus dem Haus sein müssten um pünktlich zur Krabbelgruppe zu kommen. Mit nur mäßiger Verspätung kommen wir dann doch irgendwie an, aber wer nimmt dem Vater eines Kleinkindes an Tag 1 der Elternzeit schon übel, wenn er ein paar Minuten zu spät kommt? Richtig: Niemand! Total klasse, daran könnte ich mich glatt gewöhnen. Im Büro wurde ich schon bei 5 Minuten zu spät im Termin angesehen, als hätte ich den letzten Schluck Kaffee aus der Kanne getrunken ohne danach neuen anzusetzen.
Die anderen Eltern sind alle total nett und umgänglich. Es sind noch 3 andere Väter mit ihren Kindern dabei – ich bin also nicht das totale schwarze Schaf. Eigentlich ganz cool, ich muss sagen damit hätte ich nicht gerechnet.
Beim Spielen bin ich voll in meinem Element. Ich stürze mich mit Paul und den anderen Kindern auf das Spielzeug, darauf habe ich mich am allermeisten gefreut! Natürlich bleibt es nicht bloß beim Spielen und so tauche ich nach ein paar Minuten, absolut ohne Vorwarnung, ein in die Tiefen der Themen, die Eltern in Elternzeit bewegen: Nähen und alles was mit Nähmustern und Nähmaschinen zu tun hat; Kitaplatzprobleme und anderen Betreuungsfragen; Fortschritte der Kinder, Nachbarskinder… Es könnte immer weiter gehen, irgendwie stehen die Münder der – entschuldigt die Damen unter uns – Mütter nur selten still. Die größte Erkenntnis allerdings: Husqvarna stellt neben Motorrädern und Kettensegen auch super Nähmaschinen her! So sind alle, Mann und Frau, happy.

Alles in Allem verlief die erste Woche der Elternzeit dann doch relativ harmonisch. Leichte Findungsprobleme bei Krabbelgruppe Nummer 2 am Mittwoch konnte ich leider zwar trotz superfreundlicher Unterstützung hilfsbereiter Mütter nicht überwinden, aber ich denke Paul hat mir das Ganze nicht all zu übel genommen. Als wird nach 30 Minuten Sucherei noch immer keinen Gruppenraum voll singender und fingerspielender Mamas und Kleinkinder gefunden haben, lassen wir uns im nächsten Café nieder und genießen ein zweites Frühstück. Mit Essen kann ich mein Kind Gott sei Dank immer glücklich machen. Häufig sind es eben die kleinen Dinge, die einen glücklich machen: Paul hat sein Weckchen und Papa hat endlich mal so richtig Freiraum für „Männerzeit“ mit dem Kleinen.

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2 Gedanken zu “Auf die Plätze, fertig, los – meine ersten Tage in Elternzeit

    • daddyistzuhause schreibt:
      Avatar von daddyistzuhause

      Natürlich habe ich euch nicht vergessen! Es gibt leider immer so viele schöne Dinge von denen ich erzählen will, da kann ich leider nicht immer auf alle Erlebnisse näher eingehen. Aber kommt doch einfach nochmal vorbei. Vielleicht seid ihr dann auch Teil eines meiner nächsten Blogeinträge. Paul und ich würden uns freuen!!

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