…dann werde ich meinen Arbeitslaptop gegen Mitsingheftchen und Pappbücher tauschen und Einkaufszettel statt Meetingminutes schreiben. Die Vorfreude steigt natürlich, gleichzeitig spüre ich ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend. Unsicherheit? Ist das alles vielleicht doch nicht so mein Ding?! Auf was habe ich mich da bloß eingelassen?
Auf meiner Agenda stehen dann Krabbelgruppen, Musikzwerge und Babyschwimmen, dort wo im Moment Jour Fixe-Termine und Kicker-Kaffee-Pausen Platz für sich im Kalender beanspruchen. Für mich wird eine Zeit beginnen, in der ich abends nicht mehr prüfen muss, ob meine Hemden gebügelt sind oder eine faltenfreie Hose im Schrank zu finden ist; viel mehr werde ich noch vor dem Schlafen gehen eine Tasche mit Wickelkram, Schnuller, Zwischendurch-Snacks und Co. zusammenwerfen, damit ich morgens pünktlich mit Sack, Pack und Baby bei Herzblutmamas und Gruppenleiterinnen punkten kann. Mir stehen also intensive Stunden, Tage und Nächte mit meinem Sohn bevor. Eine Zeit, in der ich Entwicklungsfortschritte endlich einmal aus erster Hand anstatt per WhatsApp miterleben darf. Eine Zeit, der ich mit Spannung und einem Hauch Ehrfurcht entgegen fiebere.
Mir scheint, als wäre es gestern gewesen, dass Paul unsere Familie vergrößert hat und heute schon nähern wir uns gigantisch schnell unserem zweiten Weihnachten zu dritt. Natürlich versinken wir, so wie vermutlich die meisten von uns, im üblichen alljährlichen Weihnachtsstress. Doch gerade das lässt die Zeit wie im Fluge vergehen.
Das letzte Wochenende haben wir bei schönstem Winterwetter mit meiner Familie in Holland verbracht – das volle Familienprogramm mit Spielenachmittagen und Schlenderspaziergängen also. Wir haben die kleine Auszeit sehr genossen – schließlich nimmt mit der Anzahl an Familienmitgliedern im Raum auch die Zahl williger Paul-Alleinunterhalter zu!
Zurück in der Heimat hat Paul dann auch das erste Mal Besuch vom Nikolaus bekommen. Auch wenn er sich und Knecht Ruprecht zu einer nicht gerade bürofreundlichen Besuchszeit angekündigt hat, konnte ich mir das Ereignis nicht entgehen lassen: Paul stand das erste Mal als artiger Junge in Nikolaus’ Buch und durfte sich anschließend sein Geschenkchen aus dem Nikolaussack holen– natürlich etwas schüchtern begleitet mit dem stolzen Papa an der Hand.
Um aber noch einmal auf meine bevorstehende Auszeit zurückzukommen: Immer öfter schwirren jetzt schon Fragen und Ideen in meinem Kopf, die sich mit meinen To-Do’s und noch offenen Aufgaben vermischen, die noch vorher auf der Arbeit und privat auf mich warten. Muss ich mich auf die Elternzeit vorbereiten? Kann man sich darauf überhaupt vorbereiten? Google schlägt einem auf die Frage 4,91 Millionen Ergebnisse vor. Keine gibt mir eine gescheite Antwort, die mir weiterhilft. Ich hoffe also einfach mal, dass ich meinem Bauchgefühl trauen kann und intuitiv auch weiterhin die richtigen Entscheidungen treffe. Außerdem: Keiner ist perfekt. Keiner macht von Beginn an alles richtig. Keine Mutter der Welt, nicht einmal meine Frau in ihrer Zeit mit unserem Sohn momentan. Aber sie gibt jeden Tag alles und sie macht einen wunderbaren Job und schafft es meistens, keinen ihrer Jonglier-Bälle aus den Augen zu verlieren und aus der Luft fallen zu lassen. Und wenn, dann bin ich ja auch noch da. Mit einer gewissen Portion Menschenverstand werde ich das schon schaffen – und natürlich mit einem heißen Latte Macchiato in der Hand, ganz entspannt.
Na dann tolle Erlebnisse und viel Spaß! Und tu den heißen Latte Macchiato lieber aus der Hand etwas weiter weg wenn Paul in der Nähe ist 🙂
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Vielen Dank! Paul und ich werden sicher viel Spaß haben 🙂 und ab und zu bekommt er dann auch mal seinen eigenen Babyccino (warme Milch)
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Ich bin gespannt und sicher, dass du das ‚machst’😉Viel Spaß ihr zwei!
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Vielen Dank Iris! Wir werden euch sicher das eine oder andere Mal besuchen kommen. Dann kannst du aus erster Hand erfahren was Paul und ich alles erleben!
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